Schwitzen

Es gibt Momente im Leben, da will man perfekt aussehen – zum Beispiel beim Vorstellungsgespräch oder dem ersten Date. Die Kleiderauswahl wird gut überlegt und das Hemd sorgfältig gebügelt. Doch dann das – unter den Achseln bilden sich handtellergroße Schweißflecken. Wie peinlich! Aber warum schwitzen wir unter den Achseln überhaupt? Und was tun gegen Achselschweiß in unpassenden Momenten?


Krankhaftes Schwitzen unter den Achseln: Die axilläre Hyperhidrose

Etwa drei Prozent der Menschen leiden an einer sogenannten Hyperhidrose, bei der der Körper unkontrolliert und übermäßig schwitzt.

Meistens ist das krankhafte Schwitzen nur auf einzelne Areale beschränkt und betrifft vor allem die Achseln – in diesem Fall sprechen Mediziner von einer axillären Hyperhidrose oder Hyperhidrosis axillaris. Betrifft die Hyperhidrose den ganzen Körper, ist von einer generalisierten Hyperhidrose die Rede.

Schwitzen unter den Achseln – Eine nützliche Körperfunktion

Gerade im Sommer ist Achselschweiß für viele Menschen ein echtes Problem. Ständig muss das T-Shirt gewechselt werden, weil es unter den Achseln vom Schweiß feucht geworden ist. Aus diesem Grund hat Schweiß nicht unbedingt einen guten Ruf. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Schwitzen eine sehr nützliche Schutzfunktion des Körpers vor Überhitzung ist.

Der Mensch besitzt insgesamt rund zwei Millionen Schweißdrüsen, wovon sich viele in der Achselhöhle befinden. Selbst wenn wir uns nicht körperlich anstrengen und angenehmes Klima herrscht, produzieren diese etwa 200 Milliliter Schweiß pro Tag. Bei sportlicher Betätigung oder Hitze kann diese Menge auf das Zehnfache ansteigen. Das wässrige Sekret, das die Schweißdrüsen absondern, sorgt durch die Verdunstung für eine angenehme Kühlung und reguliert unsere Körpertemperatur.

Gründe für starkes Schwitzen unter den Achseln

Hitze: Bei hohen Temperaturen, vor allem bei feuchtwarmer Luft, produzieren die Drüsen mehr Schweiß, um unsere Körpertemperatur kühl halten zu können.

Körperliche Anstrengung: Wer sich sportlich oder körperlich schwerer betätigt, produziert mehr Schweiß.

Gewicht: Das Körpergewicht hat ebenfalls Einfluss darauf, wie stark wir unter den Achseln schwitzen. Je größer die Körpermasse, desto mehr Schweiß produzieren die Schweißdrüsen, um uns vor Überhitzung zu schützen.

Hormonelle Schwankungen: Vor allem Frauen in den Wechseljahren leiden häufig an Hitzewallungen, die mit Schweißausbrüche einhergehen können, da die Veränderungen des Hormonspiegels die Wärmeregulation des Körpers stören.

Medikamente: Betablocker oder Antidepressiva – die Liste von Medikamenten, die zu verstärktem Schwitzen unter den Achseln führen, ist lang.

Nicht zu vergessen ist die Psyche, denn wieso ist sonst häufig von „Angstschweiß“ die Rede? Bei Stress oder Nervosität steigt die Aktivität des Sympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems, das Organe und Drüsen steuert) an, der das Signal weitergibt, mehr Achselschweiß zu produzieren.

Deodorants und Antitranspirants gegen Achselschweiß

Lokaltherapeutika sind eine Möglichkeit, um den Schweiß zu bekämpfen. Diese können in Form von Sprays oder Rollern in Apotheken erworben werden.

Je nach Inhalt, unterscheidet man zwei verschiedene Arten:

1.) Geruchsneutralisierende Deodorants zielen darauf ab, die Bakterienbesiedlung in der Achselhöhle zu verringern und somit den unangenehmen Geruch des Achselschweißes zu neutralisieren. Zudem sind in diesen Deodorants meist ätherische Duftstoffe enthalten, die einen angenehmen Geruch verleihen sollen.

2.) Antitranspirante enthalten Aluminiumsalze, die die Schweißdrüsen verstopfen und dadurch die Menge des Achselschweißes verringern. Sie sollten am besten vor dem Schlafengehen aufgetragen werden, da die Schweißdrüsen nachts weniger aktiv sind und der Wirkstoff dann besser eindringen kann.

Für viele Menschen ist das Schwitzen eine große Belastung. Vor allem wenn — wie beispielsweise bei der Hyperhidrose — übermäßig starke Schweißausbrüche ohne erkennbare Ursachen auftreten. Die großen, nassen Flecken auf der Oberkleidung und ein möglicherweise starker Schweißgeruch, sind für Betroffene äußerst unangenehm. Ein Großteil von ihnen fühlt sich dadurch gehemmt.

Pflanzliche Hilfe und Hausmittel: Zitrone, Salbei, Apfelessig, Natron – es gibt auch natürliche Mittel, die gegen die Schweißbildung vorgehen. Häufig weisen sie eine antibakterielle Wirkung auf, können aber ebenso einen zusammenziehenden Effekt auf die Schweißdrüsen ausüben.

Neben diesen „sanften“ Maßnahmen gibt es noch weitere Behandlungsmethoden, mit denen der Achselschweiß bekämpft werden kann.

Bei Hyperhidrose kommen beispielsweise folgende Therapieformen infrage:

Botulinumtoxin: Auch mit Botox® (Nervengift) kann die Achselschweiß-Produktion für einen gewissen Zeitraum gestoppt werden: Die Wirkung hält meist zwischen vier und sechs Monate an.4 Das Gift blockiert Nerven, die die Produktion von Schweiß anregen. Mehr zum Thema finden Sie hier.

Wann zum Arzt?

Bei starkem Schwitzen ohne erkennbare Ursache, plötzlichen Schweißausbrüchen ohne ersichtlichen Grund, wiederholt auftretendem Nachtschweiß oder begleitendem Fieber über 40°C

Therapie

Je nach Ursache, z. B. Schweißhemmer zur äußeren Anwendung, Medikamente zur Einnahme (Antihidrotika), Leitungswasser-Iontophorese, Botox-Injektionen, operative Eingriffe (z.B. Entfernung der Schweißdrüsen in der Achselhöhle)

Tipps

  • luftdurchlässige Kleidung
  • Lederschuhe statt Schuhwerk aus Synthetikmaterialien
  • fettreiche und scharf gewürzte Mahlzeiten meiden
  • Deo verwenden
  • Übergewicht abbauen
  • Heilpflanzen (Salbei, Trauebnsilberkerze etc.)
  • regelmäßig in die Sauna und/oder zum Sport um die Funktion der Schweißdrüsen zu trainieren

Weitere Beiträge

Wir halten Abstand – die Zecken nicht!

Zecken
Wir halten Abstand – die Zecken nicht! Je häufiger wir aufgrund des schönen Wetters und den gelockerten Corona-Maßnahmen wieder ins… mehr

Schwitzen

Urlaub zu Hause